Was man weiß...
  Produkte     Dienstleistungen     aktuelle Angebote     geschlossenes Forum     Links     Portrait     Suchen     Impressum     Kontakt  
Hardware
Software
News Archive
Allgemein:
Startseite

PowerLAN - Praxis

Anwendung PowerLAN

Ein typisches Einfamilienhaus mit einem Zählerkasten im Untergeschoss oder Keller, und von da aus im Haus verteilt drei Phasen, die im Bild farbig gekennzeichnet sind.

Würde man jetzt Adapter an jeder Etage platzieren, d.h. nach unserem Bild an jeder Phase (benannt L1, L2,L3), dann würden, unter normalen Umständen, die Adapter keine Verbindung aufbauen. Zu prüfen ist dies mit der mitgelieferten Software, z.B. Devolo Informer.
Ein Blick in die FAQ von Devolo zeigte, dass man offensichtlich schon genau dieses Thema vorhergesehen hatte:

(3 Phasen im Haus verteilt (C) by S.U.

"Frage:
In meinem Haus liegen drei getrennte Phasen. Kann MicroLink dLAN bzw. MicroLink dLAN USB auch von einer Phase zu einer anderen Phase eine Verbindung aufbauen?

Antwort:
Ja. Diese sog. Phasenkopplung funktioniert bei dLAN-Geräten auch
ohne zusätzlichen Einbau eines Phasenkopplers. Das bedeutet, dass Sie auch über zwei oder drei Phasen Netzwerkverbindungen aufbauen können."

Hier wird dem User vor dem Kauf sehr vollmundig (und ich finde, viel zu vollmundig) versprochen, dass für das System kein Phasenkoppler notwendig sei. Doch das geht nicht immer, man könnte auch sagen fast nie, und wenn, dann nur mit sehr geringem Durchsatz.
Anruf bei der Hotline und nachgefragt. Ob die drei Leitungen mit den Phasen parallel durch das Haus geführt seien?
Ein Einfamilienhaus ist kein Bürohaus und kein Laborbetrieb, da hat vor Jahren ein unterbezahlter Elektriker oder eine Hilfskraft im Akkord Stegleitung auf die Wand genagelt. Und zwar so wenig und so gut bzw. schlecht wie gerade notwendig. Leider sind parallel geführte Leitungen(Phasen), bei denen man das "Übersprechen" von einer Phase zur anderen für die Übertragung nutzen kann, sehr selten oder purer Zufall.
Der nette Mensch vom Devolo-Support hatte auch gleich (wie aus der Pistole geschossen) die richtige Lösung zur Hand. Man würde einen Phasenkoppler brauchen. Offensichtlich hatte er sein eigenes FAQ nicht gelesen!

Gibt es eine Empfehlung ? Natürlich! Die URL, führte zu einem Phasenkoppler der Firma Powertec .
Zu den Kosten für eine Grundausrüstung mit zwei "MicroLink dLAN"-Adaptern auf Ethernetbasis, kommen also noch 40-60 Euro DIN-Schieneoder 20 Euro für die Bastlerlösung hinzu. Das alles für ein Gehäuse mit drei Kondensatoren a 10nF und ein paar Widerstände.


Aber Achtung!

Den Einbau eines solchen Phasenkopplers müssen Sie dem Fachmann überlassen. Denn der Koppler wird im Hausanschlusskasten gleich hinter dem Zähler und vor den Sicherungen mit den 3 Phasen Ihres Stromnetzes verbunden. Und da herrscht zwischen den Leitern L1-L2-L3 jeweils 400 V.



Kommen wir zum Aufbau zurück. Der Phasenkoppler wirkt nunmehr als Hochfrequenzbrücke zwischen den einzelnen Phasen.

Ist der Phasenkoppler in Betrieb, kann man den Adapter an Phase L2/L3 sehen, dies ist mit der Software zu prüfen. Ein Streaming-Test mit einem MP3-Stream sollte jetzt möglich sein, unabhängig von den eingesetzten Geräten. Ein MP3-File mit 128 kbps sollte ohne Unterbrechung zu übertragen sein.

Ist dies nicht der Fall, gibt es mehrere Ursachen. Die Kabellängen sollten deutlich unter 200 Meter liegen und die räumliche Entfernung irgendwo zwischen 9 und 10 Metern. Man sollte nicht glauben wie viel Kabel in mancher Wand oder Decke stecken. Die Qualität des Kopplers ist entscheidend. Je größer die Kondensatoren, je kleiner der Blindwiderstand, je besser die Übertragung.


Was man wissen sollte...

HomePlug nutzt zur Datenübertragung einen Frequenzbereich von 4,3 bis 27 MHz (bzw.2 bis 32 MHz) , der auf die 50Hz unserer Netzspannung aufmoduliert wird.
Im Prinzip arbeitet ein HomePlug-Adapter damit wie ein Sender und ein Empfänger eines Funkgerätes.

Eine Analyse der Haus- oder Wohnungsinstallation und der angeschlossenen Geräte zeigt dem Fachmann schnell Fehlerquellen. Halogen-Niedervolt-Transformatoren z.B.für Beleuchtung die mit Dimmern für induktive Last einstellbar sind. Solche Dimmer haben die Eigenart von Hause aus mächtig zu stören. Die durch den Dimmer verursachten Störungen können zwar nicht ganz beseitigt, aber durch entsprechende RC- oder LC-Glieder in Grenzen gehalten werden. Und genau diese Kondensatoren in den Entstörgliedern können eine Kurzschlussbrücke für die Frequenzen der PowerLAN - Adapter bilden, der ja parallel dazu im Netz liegt.

Hierzu gesellen sich noch die ganzen anderen (Hi-End)-Video-, Audio und Phono-Geräte in einem Wohnzimmer, die in den Netzteilen einen klassischen Entstörfilter haben, der die Impedanz im Stromnetz für den PowerLAN - Adapter weiter negativ beeinflusst. Denn jede Mehrfachsteckdose mit Netzfilter kann eine weitere Barriere für den "PowerLAN"-Adapter sein. Denn alle Filter liegen quasi auf dem "Bus" der LAN-Adapter.


Druckbare Version

PowerLAN - Technik begreifen
USV Wissen